Die Zwei-Klassen-Computer

November 24, 2009

Technik ohne Grenzen?

Sie heißen PDA, Pocket PC, Smartphone oder MID. Gemeint ist die Geräteklasse zwischen Handy und Computer. Mehr als ein Telefon, handlicher als ein Notebook und ungemein praktisch fürs tägliche Leben, mobil, agil, flexibel verwendbar.
Nein, ich wurde nicht von der IT-Wirtschaft für diesen Bericht bestochen ;)
Es geht um etwas ganz anderes.
Auch blinde Benutzer haben den Nutzen von PDAs und co. Weithin erkannt, warum auch nicht, schließlich ist ein Blinder noch weitaus mehr auf funktionierende Computer angewiesen und die Nutzung eines PDAs ist nur eine natürliche Fortentwicklung seines Nutzungsverhaltens.
Auch die Hersteller von Blindenhilfstechnologien, so sollte man meinen, hätten diesen Umstand honorieren müssen.
Und tatsächlich – Einige Hersteller haben mittlerweile entsprechende Lösungen im Programm, so z.B. die Firma Baum

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Ein Blinden-PDA der Firma Baum und ein moderner Pocket PC für Sehende-

Im Bild links seht ihr den Pronto! – ein Mobile-Computer für Blinde, -
unübersehbar!
Kein Display, – wozu auch, ein Blinder hat doch keine sehenden Freunde oder Kollegen – dafür eine für Blinde im Grunde sehr praktische Brailleausgabe – immerhin, in diesem kleinen Kasten wird wohl niemand einen Taschencomputer sehen und so dürfte er auch nie geklaut werden. – Etwas positives muss es schließlich auch geben in diesem Bericht. ;)
Denn im Grunde weiß ich bei Produkten dieser Art nicht ob ich mich freuen oder weinen soll.
Schön, der Bedarf wurde erkannt, die Anwender werden aber weiterhin für blöd und unbedarft verkauft.

Werfen wir einen Blick ins Innere!
Der Pronto! Kommt im Grunde mit allen wichtigen PDA-Funktionen, – Textprogramm, eine Art Mobile Word, Kalender, Kontaktverwaltung, Notizen,, Webbrowser und Messenger, ein Webradioclient und. . . – eine Uhrzeit – und Weckerfunktion. – unglaublich.
Ferner finden wir ein Thermo- und Barometer, unverzichtbar für einen PDA, da wird man etwa auf WLAN oder HSPA-Modem gern verzichten. :)
Nein nein, das ist nicht lustig. . . eher traurig -
Im Ernst – Bei der Featureauswahl wurde offenbar nur sehr bedingt auf reale Nutzungsszenarios Rücksicht genommen.
Immerhin – in seiner neusten Version bringt der Pronto! Jetzt ein WLAN-Modul mit, endlich. Doch die Freude über die Annäherung an zeitgemäße Ausstattung dauert nicht lang.
Hardwaremäßig hat Baum nun seine Hausaufgaben gemacht, auf der Softwareseite dafür kläglich versagt und auf eine Unterstützung von WPA2 vorerst verzichtet.
Zum Vergleich
Mein N95 von vor… – ich weiß nicht, so ca drei Jahren, unterstützt selbstverständlich nicht nur WPA2, sondern auch eine Zertifikatanmeldung, etwas, das speziell in Firmennetzwerkumgebungen schnell notwendig werden kann.
Und soweit mir bekannt trifft dies auf praktisch alle Smartphonebetriebssysteme zu.
Nun wäre es ein Leichtes gewesen den Usern eine zeitgemäße Softwareumgebung zu bieten, was bei dem stolzen Preis von weit über 3000 Euro auch das Mindeste wäre, was man erwarten darf.
Baum hatte sich schon für Windows als Plattform entschieden, setzte dann allerdings auf eine hoffnungslos veraltete Windows-CE-Version, jener schon fast vergessenen Variante für mobile Geräte um die Jahrtausendwende.
Warum nicht gleich WindowsMobile in einer aktuellen Version, 6.1 würde mir ja schon reichen.
Aber dann müsste man dem Gerät auch gleich einen vernünftig dimensionierten Prozessor und Hauptspeicher verpassen. – bei einem Preis von gut und gerne dreieinhalb tausend Euro nun wirklich zu viel verlangt. . .
Das würde aber auch den Anwendern ein wesentlich aufregenderes Nutzungserlebnis bringen.
Für WindowsMobile gibt es fast so viele Applikationen wie fürs iPhone…

Blind = blöd?

Es macht den Eindruck, als sähen Hersteller wie die Firma Baum in ihren Kunden eine Herde zurückgebliebener Steinzeitmenschen, für die ein Computer das Größte seit der Glühbirne darstellt.
Wahrscheinlich herrscht dort auch die Vorstellung, die Blinden könnten ruhig ein wenig dankbar sein, dass man ihnen ein wenig Technik vorsetzt, mit der sie ihren tristen Alltag in Schwung bringen können.
Zwei-Klassengesellschaft IT
Diese Geschäftsphilosophie wirkt arrogant und wenig sympathisch, zumal es auch anders geht.
Im Bild seht ihr neben dem Pronto! Einen Pocket PC von HTC.
Auf ihm läuft WindowsMobile, sowie eine Applikation, die den Bildschirminhalt in gesprochene Worte überträgt, ein sog. Screenreader. Diese gibt es für Desktoprechner, aber eben auch für Smartphones.
Der blinde Nutzer hat hier zwar kein Brailledisplay zum Lesen mit der Hand, dafür bekommt er ein (vollwertiges) Smartphone, mit dem man eben auch telefonieren und (wirklich mobil( über HSDPA im Internet surfen oder Messaging-Dienste nutzen kann, und das zu einem Bruchteil des Preises, den Baum verlangt, für sein Wunderwerk.
Und so mancher Blinde hat vielleicht auch noch einen Sinn für Estetik und könnte so zum neuen Apple iPhone greifen, das in seiner 3GS-Version auch einen solchen Screenreader für Blinde anbietet, – aber funktional und optisch doch die zeitgemäßere Antwort auf alle drängenden Fragen von Kommunikation und Organisation im Alltag darstellen dürfte.

Fazit

So lange Hersteller wie Baum den Blinden keine Lösungen liefert, die gleichwertig zu den am Markt befindlichen Geräten für Sehende sind, werden diese weiterhin die Wahl haben sich entweder an ein Produkt mit unübersehbaren Schwächen zu gewöhnen und neidisch auf die Smartphones ihrer sehenden Kollegen zu schielen, oder sich für ein offenes System entscheiden, d.h. ein handelsübliches Smartphone + Screenreader-Applikation;
Das ist ohnehin schicker und hat zudem den Vorteil, dass es ein (zumeist recht hoch auflösendes( Display hat und der Blinde es auch mal seinen Freunden in die Hand drücken kann.


Fortschritt mit Hindernissen

September 21, 2009

Die Meisten von euch dürften sie kennen, die neuen Geldautomaten mit Touch-Screen, auch SB-Terminals genannt.
Mit ihnen kann man oft viel mehr machen als nur Geld abheben.
Handy aufladen, Überweisungen tätigen, sogar Geld einzahlen, all das ist mitlerweile möglich.
Für blinde Kontoinhaber sind diese Terminals indes nicht mehr zu benutzen, wie auch?
Das ist natürlich für blinde Menschen mit dem Wunsch nach mehr Selbstständigkeit im Alltag ein unerträglicher Zustand.

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Barrierefreier Geldautomat der Sparkasse Berlin

Die Berliner Sparkasse hat sich vorgenommen bis Ende des Jahres alle alten Automaten gegen solche der neuen Generation mit Touch-Screens auszutauschen, damit wären blinde Kunden flächendeckend vom Zugang zu Selbstbedienungs-Geldausgabemöglichkeiten ausgeschlossen.
Doch diese Bank hat, spät aber nicht zu spät, die besonderen Bedürfnisse dieser Kundengruppe erkannt und ihre Automaten mit einer speziellen Anpassung versehen.
Kleine fühlbare Pfeile am Rand des Touch-Screens lassen den blinden Benutzer den Automaten mit den selben Handgriffen wie einen alten Auszahlungsautomaten bedienen.
Das sollte jedem Blinden eigentlich schnell und flüssig von der Hand gehen.
Fazit
Technischer Fortschritt kann die Dinge des Alltags enorm erleichtern und die Lebensqualität steigern, aber jede Neuerung birgt das Potenzial bestimmte Nutzerkreise von dem Fortschritt auszuschließen oder ihnen eine Minderung an Möglichkeiten zuzufügen in sich.
Eine permanente Beobachtung solcher Entwicklungen scheint daher unumgänglich.
Mit Material von CWO Ultra Access


Entwickler: OpenOffice KEIN sterbendes Pferd

März 5, 2009

Im Netz geht schon geraume Zeit das Gerücht um, die freie Büro-Suite OpenOffice.org habe keine Zukunft mehr.

Mit einem immer ärger werdenden Mangel an Entwicklern und einer hoffnungslos vermüllten und überfrachteten Codebasis steuere das Vorzeige-Opensourceprojekt unaufhaltsam in den Untergang.

Zuletzt berichtete der Onlinedienst WinFuture.de am 30. Dezember 2008 OpenOffice.org ein "sterbendes Pferd"

Eigensinniger Entwickler als Quelle der Untergangsstimmung

Der ehemalige OpenOffice-entwickler  Michael Meeks scheint maßgeblich an der Entstehung der düsteren Prognosen beteiligt zu sein.

Diese Meinung äußerte Andre Schnabel, ebenfalls Entwickler bei OpenOffice im Gespräch mit TT auf der CeBit in Hannover.

Schnabel sagte: “Michael ist zweifellos ein guter Programmierer, aber ein schwieriger Mensch – ein Mensch, der mit seiner eigenwilligen Art und fehlenden Teamfähigkeit immer wieder aneckt.”

Gleichzeitig räumte er ein, dass an Meeks Einschätzung durchaus Einiges zutrifft.

“Wir haben tatsächlich einen Mangel an Entwicklern, und das wird auch immer so bleiben, weil die Anzahl der Featurewünsche viel zu groß und die Zahl fähiger Entwickler bei einem Produkt, das großteils von reinen Anwendern genutzt wird naturbedingt zu klein ist.”

Das habe jedoch nichts mit der Zukunftsfähigkeit des Projekts zu tun.

Auf die Frage “Glaubst du an dieses Projekt und seine Vision” antwortete er spontan und ohne das geringste Zögern “ja, sonst wäre ich nicht hier” – und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: “Und bezahlt werde ich ja schließlich auch nicht.”


Android bald für Blinde? vnunet.com

Januar 7, 2009

 

Brand aktuell

Möglicherweise hat auch das letzt-hinzugekommene Smartphone-Betriebssystem  Android vom Suchmaschinenriesen Google seinen Screenreader, ein Tool also, das die Systemfunktionen für blinde Menschen nutzbar macht.

Eine Meldung, die Entsprechendes vermuten lässt,tauchte gestern im Netz auf, s.u.

Dort heißt es, ein Google-Mitarbeiter, der selbst blind ist, würde ein solches Projekt vorantreiben.

 

Google works on Android for the blind – vnunet.com


NFC – Schon vorm Durchbruch eine brand gefährliche Sache?

Dezember 29, 2008

NFC gibts ja schon eine ganze Weile, wenn auch bislang nur in ganz wenigen Low-Level-Phones – jetzt hab ich erstmals einen tieferen Einblick in die Technik und – vorallem – die Sicherheitslage im Praxiseinsatz gekriegt, und die ist  scheinbar katastrophal.

In seinem Vortrag First look at the security of NFC mobile phones hat der Programmierer Collin Mulliner gleich eine riesen Menge potenzieller Schwachstellen und Angriffsmöglichkeiten auf Services gezeigt, die mit der neuen Nahfunktechnik für Handys betrieben werden.

NFC (Near-field-communication) hat eine Reichweite von ein paar CM, es ist … RFID-ähnlich oder basiert auf RFID, weiß ich gerade nicht ganz sicher…. und damit werden bereits vereinzelt Micropayment-Dienste wie Fahrkartenverkauf im ÖPNV oder an Getränkeautomaten betrieben, u.A. in Wien und Frankfurt.

Mulliner erläuterte nun, wie NFC im Detail funktioniert, wie die Transaktionen ablaufen, und führte aus, dass man nur herumlaufen muss, die NFC-Tags, die Lesesensoren also, die die Serviceanbieter überall angebracht haben mit eigenen Tags zu überkleben braucht, und dann arbeiten sie nicht mehr für den Serviceanbieter, sondern…. naja – für den bösen Buben halt.

Und wo ist die Gefahr?

NFC ist völlig Low-Tech, d.h. es ist sehr primitiv und bedarf nicht viel Kreativität, um es zu missbrauchen.

Mit entsprechendem Knowhow kann man statt der gewollten Aktion durch manipulierte Tags teure Premium-Nummern anrufen lassen oder extrem teure SMS auslösen, oder man schickt die Leute auf Websites, wo dann Schadcode lauert.

Die User sind in den meisten Fällen keine Tech-Freaks, zumal NFC zurzeit nur in ganz simplen Handys, z.B. zwei S40 Modellen von Nokia, zum Einsatz kommt, und es noch kein einziges NFC-Smartphone gibt.

Sie werden an irgend einen Fehler am Gerät oder am Service glauben, günstigstenfalls, und sind total anfällig für verseuchte Tags, die sich z.B. als Touristeninfo ausgeben oder Ähnliches.

Fazit

Falls NFC tatsächlich kommt, und sich auf breiterer Basis durchsetzt, wird sich wahrscheinlich eine ganz neue Kunst formieren, nämlich die, die profitabelsten NFC-Tags zu produzieren.
Auf die Verbraucher kommen dann vermutlich höchst unerquickliche Zeiten zu, das wäre dann neben Onlinebanking die zweite Hoch riskante, weil anfällige Anwendung, die mit Geld zu tun hat und von einer breiten Masse eingesetzt wird.

Siehe auch

Der Vorträger wirkt ganz cool,  ein Blick in sein Blog oder auf seine Twitter-Seite könnte interessant sein.

Und dann ist hier noch die Seite von ihm bei seiner Arbeit, scheinbar irgendwo bei der Fraunhofer-Gesellschaft.


Für immer vernetzt – Über Risiken und Nebenwirkungen von StudiVZ und co.

September 16, 2008

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<h3>Erfolgsstory</h3>

Soziale Netzwerke wie StudiVZ oder FaceBook stehen wie kaum ein anderes Phänomen im Internet für das sprichwörtliche Web 2.0 – ein Internet zum Mitmachen, dessen Angebote nicht mehr mühselig von den Betreibern erarbeitet, produziert und präsentiert werden müssen, sondern bei dem die Nutzer selbst für die Inhalte sorgen, einfach durch ihre Beteiligung.

Der Betreiber muss dann (nur) noch die Plattform bereitstellen und dafür sorgen, dass Konzept, Design und Funktionsumfang den Nerv der Nutzer trifft.

StudiVZ trifft ihn wie nur wenige andere Dienste dieser Art.

Die vom Holzbrink-Verlag übernommene Community mit ihren Ablegern MeinVZ für Nicht-Studenten und SchülerVZ für Schüler bringt es Deutschlandweit auf über sechs Millionen Mitglieder, ein Drittel aller Deutschen nutzen Social Networks wie StudiVZ oder FaceBook. [Meldung von WinFuture.de]

Doch inzwischen dürften auch die uninteressiertesten Zeitgenossen schon etwas über die möglichen Folgen der um sich greifenden Vernetzung gehört haben.</p>

<hr>

<h3>Allzeit online</h3>

<p>StudiVZ ermöglicht neben dem Hochladen unbegrenzt vieler Bilder, auch hochauflösend, die in beliebig in Fotoalben sortiert werden können, auch das Verlinken von Personen auf hochgeladenen Fotos und das Anhängen von Bildern an Gruppeneinträge.

Daneben erfreuen sich gerade diese Gruppen hoher Beliebtheit, nicht etwa im Wesentlichen wegen der darüber geführten Diskussionen und Unterhaltungen, sondern vorallem auch, weil sie es den Teilnehmern ermöglichen sich selbst in Katigorien, also Schubladen einzuordnen, so etwa in die Gruppe all derer, die in einem bestimmten Jahr Geburtstag haben, den eigenen Namen tragen, auf der früheren Schule waren oder in die selbe Tanzschule gehen.

Doch nicht nur solche Zuordnungen sind hier möglich.

Auch den verbindenden Umstand, für so-und-so lange den selben “beschissenen Chef” oder “langweiligen Lehrer” gehabt zu haben, treibt Leute in Gruppen.

Viele vergessen ihre Mitgliedschaft schon kurz nach dem Beitritt und sie vergessen dabei auch, dass das Internet nichts vergisst – nicht mehr, seit die diversen Web-Communities dank verbesserter Technik und quasi unbegrenzter Speicherressourcen niemals mehr Daten von sich aus löschen, eher im Gegenteil, s.u.

So kommt die Gefahr gleich von mehreren Seiten.

Erstens werden Netzwerke wie StudiVZ immer attraktiver für Personalchefs auf der Suche nach authentischen Informationen für die potenziellen Mitarbeiter.

Wie das Online-Magazin WinFuture kürzlich berichtete, prüfen rund 22% aller Personalchefs ihre Bewerber auch unter Zuhilfenahme von StudiVZ oder FaceBook als Recherchequelle, weitere 9% haben es zumindest vor.

Das sind doppelt so Viele wie vor zwei Jahren – Tendenz steigend.

Logisch, dass die Absturzfotos der letzten Party ebenso wenig die Jobchancen verbessern wie Gruppenpostings, die nicht unbedingt ein Aushängeschild für die sprachlichen / schriftlichen Ausdrucksfähigkeiten der Bewerber sind.

So kam es bereits öfters zu Kündigungen [heise.de] aufgrund von negativ aufgefallener StudiVZ-Aktivität.

Und auch wenn man nirgends wegen provokativer Bilder oder Wortbeiträge aufgefallen ist – die ins Netz gejagten Inhalte bleiben auf immer und ewig Eigentum des jeweiligen Diensteanbieters. Er kann sie auch nach ihrer Löschung durch den Benutzer beliebig weiter verwerten, beispielsweise in dem er sie an Werbepartner verkauft oder sie zur Optimierung seines eigenen Marketings benutzt. Der Datenschutz dürfte so oder so auf der Strecke bleiben, auch wenn in diesem Fall die unmittelbaren Folgen für den Einzelnen nicht zu erkennen sein dürften. </p>

<h3>Verewigt wider Willen </h3>

<p>Dabei dürfte Vielen noch immer nicht bewusst sein, dass es enorm schwer sein kann die digitale weiße Weste wiederherzustellen, wenn das Kind erst ein mal in den Brunnen gefallen ist.

Selbst wenn man die evtl. kompromitierenden Inhalte aus dem ursprünglichen Profil löschen kann… die Chancen, dass die Seite zwischenzeitlich von einer Suchmaschine gechached oder von anderen Usern kopiert und in Foren oder auf anderen Communities republiziert wurde ist erschreckend hoch.

Ist eine Info, gleich welcher Art, zum ersten Mal kopiert worden, kriegt man sie nur unter größten Mühen wieder aus dem Netz.

Längst haben findige Unternehmer den stark anwachsenden Bedarf nach einer unbefleckten Netz-Identität erkannt und speziell auf dieses Bedürfnis zugeschnittene Dienstleistungen auf den Weg gebracht.

So lesen wir auf meinereputation.de beispielsweise:

“Sie leben ein schnelles Online-Leben – und jeder kann es lesen.
Nicht immer angenehm. Dein guter Ruf.de hilft Ihnen, unliebsame Einträge zu finden und zu entfernen.”

Natürlich wird der Schutz des eigenen Ansehens im Web nicht verschenkt, aber da immer wichtiger wird, was jeder Mensch zu jeder gewünschten Zeit, auch in 10 Jahren noch, nachlesen oder nachschauen kann, was man vor einer subjektiven Ewigkeit gesagt oder ins Netz gestellt hat, scheint eine steigende Zahl Netznutzer bereit zu sein für dieses kostbare Gut zu bezahlen.

Dabei gibt es keine Garantien – Dienste wie der “gute Ruf.de” oder der “Reputation Defender” hüllen sich in Schweigen, was ihre Methoden und deren Wirkungsgrad betrifft – sie stellen damit eine weitere schwer berechenbare Unbekannte in einem immer unübersichtlicher werdenden Dickicht von verlinkten, verbundenen und dauerhaft abrufbaren Informationen da.</p>

<h3>Fazit</h3>

<p>Bevor man irgendwann gezwungen ist den “Reputation Defender” zu beauftragen das eigene Image wieder herzuzaubern um wieder (internet)gesellschaftsfähig zu werden, sollte man besser ständig und jeden Tag darauf achten, was man einer unsichtbaren, aber unübersehbaren Öffentlichkeit offenbaren möchte – bei jedem hochgeladenen Bild und jedem Beitrag in einem Forum.</p>


Legal gekauft und unbauchbar | Mietmusik und ähnlicher Unsinn

Februar 25, 2008

Kein Zweifel – der Online-Musikhandel kommt. Jetzt endlich, nach Jahren voller unausgereifter, wenig begeisternder

Geschäftsmodelle, scheint mal eine Zeit anzubrechen, in der es richtig Spaß machen könnte Musik legal online zu kaufen.

Fast alle Majorlabels haben sich vom wenig praktikablen DRM verabschiedet, mehr und mehr interessante Downloaddienste schießen aus dem Boden, wenn auch leider noch nicht so sehr in Europa, und ausgerechnet der Vorreiter der erfolgreichen Vermarktung digitaler Musik sorgt jetzt für krasse Negativschlagzeilen bei Fans und Kritikern.

Wer im iTunes-Store gekaufte Songs auf Nicht-DRM-fähige Player bringen will, der muss für das “Upgrade” pauschal bezahlen – 30 Cent pro Song / 30% fürs Album – Besonders pervers: Nur die gesamte Songsammlung kann konvertiert werden, keine Einzeltracks.

Da fragt man sich doch verzweifelt: WAAARUM? Apple hatte ja schon länger mit wenig anziehenden Methoden seinen iTunes-Store betrieben, doch das jetzt scheint eben dem Trend zu widersprechen, den die Firma einst begründete.

Es erscheint mir völlig unnötig das Wiedergeben von Musik auf solche Endgeräte zu beschränken, die dazu technisch in der Lage sind, insbesondere bei den verschiedenen, untereinander nicht kompatiblen Schutzverfahren.

Gekauft ist gekauft – oder nicht?

Als ich mir neulich bei T-Mobile einen Song aufs Handy ludt, dessen Titel mir so einladend auf der T-Mobile-Handystartseite entgegengestrahlt hatte, erhielt ich eine süße und vorallem wirklich kleine Datei eines völlig unbekannten Formats – anbei auch gleich der per SMS geschickte Aktivierungsschlüssel, ohne den geht es nämlich nicht. Nun, kein Problem, der Schlüssel aktivierte mir den Song und das platzsparende Dateiformat schien mir fürs Handy durchaus geeignet, Klangabstriche musste ich zumindest nicht machen. Auch als ich mir das Lied auf meinen PC laden wollte ging zunächst noch alles gut. Die Website verriet mir zwar: “Leider ist es technisch bedingt nicht möglich die Datei direkt auf den PC zu nutzen – Sie können sich den Song aber von der MobileJukebox-Homepage kostenlos herunterladen.” wenn auch nur vier Mal – nun gut dachte ich, das wird wohl reichen.

Ich besorgte mir also das Teil von der recht skurilen Homepage, welche meine Vertragsdaten auch sofort erkannte und mir den Zugang zu “Meine Songs” öffnete. Das Lied kam dann als geschützte WMA-Datei und… sie lief – bis hier her gut, oder?

OK, etwas umständlich das alles, aber doch gut.

Als ich mir den Song noch auf meinen ZweitPC  geladen hatte war dann schluss. Obwohl mir insgesamt vier Downloads zustanden… nichts zu machen.

Der Track verweigerte den Dienst – irgendeine fehlende Kompatibilität des Players, eine veraltete Version, was auch immer… eine simple Fehlermeldung, die Adresse für die Lizensierung sei nicht gültig… vorbei.

Ich war schon immer gegen DRM.


Vernetzte Welten

Februar 18, 2008

Gleich vorweg:
Ich sammle heute die aller ersten Erfahrungen beim Schreiben von Themenblogs – in Sachen Strukturierung und Übersicht erwartet also bitte nicht zu viel vorerst.
(…) Wie wichtig ist das Internet?
Das habe ich mir als Thema für mein erstes Posting ausgesucht.
Als Material dient mir dieser Artikel von WinFuture.de.
Link zur Meldung: http://www.winfuture.de/news,37570.html

Dort heißt es, dass immer mehr Jugendliche das Netz täglich benutzen – na die genau Zahl habe ich schon wieder vergessen – ihr seht schon… es wird noch dauern;)
Dabei gibt es zwar graduelle Unterschiede der Netznutzung von Jungs und Mädchen, so recherchieren Mädchen gezielter und Jungs nutzen mehr Multimediadienste, und auch ein Gefälle zwischen der Nutzung von Gymnasiasten (am meisten) über Realschüler, bis zu Hauptschülern (am wenigsten Netznutzung) wird festgestellt, doch die Grundaussage ist: Das Netz ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Ist das wahr oder nicht?

Und dazu kann ich als selbst Betroffener, sprich zwar nicht mehr Jugendlich, aber immernoch nah dran, ja ziemlich gut was sagen.
Also: Ja, es stimmt… teilweise – Wahr ist, dass die Durchdringung des Alltags mit Netzanwendungen wie Messaging und Communitys schon ziemlich groß ist. Ich glaube auch sofort, dass ein riesengroßer Anteil der erfassten Jugendlichen bei StudiVZ, MySpace und co. drin sind – mit all denggf. verderblichen datenschutztechnischen Kurz- oder Langzeitfolgen, auf die ich sicher noch oft eingehen werde.
Fakt ist aber auch, dass der Grad des Netzkonsums doch ziemlich stark davon abhängt, wie’s um die Verfügbarkeit bestellt ist, und ich meine jetzt mal nicht die technische – woran mags liegen, dass das Netz verstärkt von Leuten mit höherer Bildungsqualifikation genutzt wird?
Ernste Frage > meine Antwort darauf ist, dass es nicht am mangelnden Können liegt. Zwar haben die allermeisten PC-Anwender fast kein oder nur geringes tatsächliches Netzwissen bzgl. technischer Zusammenhänge, aber die intuitive Nutzbarkeit wird davon ja nicht geschwächt. Liegts also am fehlenden Geld oder allgemein der sozialen Schlechterstellung vieler Familien? Bei SMS ist das schon eindeutig. Kommt man in bestimmte Regionen, sowohl geografisch als auch bildungstechnisch, trifft man heute schon nur noch Handybesitzer ohne Guthaben auf der Karte – und dies als Dauerzustand.
Nicht nur der Umgang mit Geld und Guthaben klappt bei diesen Leuten nicht, das mussJjeder lernen :) aber auch die Möglichkeit zum Wiederaufladen ist kaum gegeben.
Ich beschließe Dies hier mal mit der Frage: Wird sich diese Schieflage in Zukunft weiter verschlimmern? Und was kann gegen die Entstehung eines Zwei-Klassen-Digitalzeitalters getan werden?