Für immer vernetzt – Über Risiken und Nebenwirkungen von StudiVZ und co.

September 16, 2008

<p>

<h3>Erfolgsstory</h3>

Soziale Netzwerke wie StudiVZ oder FaceBook stehen wie kaum ein anderes Phänomen im Internet für das sprichwörtliche Web 2.0 – ein Internet zum Mitmachen, dessen Angebote nicht mehr mühselig von den Betreibern erarbeitet, produziert und präsentiert werden müssen, sondern bei dem die Nutzer selbst für die Inhalte sorgen, einfach durch ihre Beteiligung.

Der Betreiber muss dann (nur) noch die Plattform bereitstellen und dafür sorgen, dass Konzept, Design und Funktionsumfang den Nerv der Nutzer trifft.

StudiVZ trifft ihn wie nur wenige andere Dienste dieser Art.

Die vom Holzbrink-Verlag übernommene Community mit ihren Ablegern MeinVZ für Nicht-Studenten und SchülerVZ für Schüler bringt es Deutschlandweit auf über sechs Millionen Mitglieder, ein Drittel aller Deutschen nutzen Social Networks wie StudiVZ oder FaceBook. [Meldung von WinFuture.de]

Doch inzwischen dürften auch die uninteressiertesten Zeitgenossen schon etwas über die möglichen Folgen der um sich greifenden Vernetzung gehört haben.</p>

<hr>

<h3>Allzeit online</h3>

<p>StudiVZ ermöglicht neben dem Hochladen unbegrenzt vieler Bilder, auch hochauflösend, die in beliebig in Fotoalben sortiert werden können, auch das Verlinken von Personen auf hochgeladenen Fotos und das Anhängen von Bildern an Gruppeneinträge.

Daneben erfreuen sich gerade diese Gruppen hoher Beliebtheit, nicht etwa im Wesentlichen wegen der darüber geführten Diskussionen und Unterhaltungen, sondern vorallem auch, weil sie es den Teilnehmern ermöglichen sich selbst in Katigorien, also Schubladen einzuordnen, so etwa in die Gruppe all derer, die in einem bestimmten Jahr Geburtstag haben, den eigenen Namen tragen, auf der früheren Schule waren oder in die selbe Tanzschule gehen.

Doch nicht nur solche Zuordnungen sind hier möglich.

Auch den verbindenden Umstand, für so-und-so lange den selben „beschissenen Chef“ oder „langweiligen Lehrer“ gehabt zu haben, treibt Leute in Gruppen.

Viele vergessen ihre Mitgliedschaft schon kurz nach dem Beitritt und sie vergessen dabei auch, dass das Internet nichts vergisst – nicht mehr, seit die diversen Web-Communities dank verbesserter Technik und quasi unbegrenzter Speicherressourcen niemals mehr Daten von sich aus löschen, eher im Gegenteil, s.u.

So kommt die Gefahr gleich von mehreren Seiten.

Erstens werden Netzwerke wie StudiVZ immer attraktiver für Personalchefs auf der Suche nach authentischen Informationen für die potenziellen Mitarbeiter.

Wie das Online-Magazin WinFuture kürzlich berichtete, prüfen rund 22% aller Personalchefs ihre Bewerber auch unter Zuhilfenahme von StudiVZ oder FaceBook als Recherchequelle, weitere 9% haben es zumindest vor.

Das sind doppelt so Viele wie vor zwei Jahren – Tendenz steigend.

Logisch, dass die Absturzfotos der letzten Party ebenso wenig die Jobchancen verbessern wie Gruppenpostings, die nicht unbedingt ein Aushängeschild für die sprachlichen / schriftlichen Ausdrucksfähigkeiten der Bewerber sind.

So kam es bereits öfters zu Kündigungen [heise.de] aufgrund von negativ aufgefallener StudiVZ-Aktivität.

Und auch wenn man nirgends wegen provokativer Bilder oder Wortbeiträge aufgefallen ist – die ins Netz gejagten Inhalte bleiben auf immer und ewig Eigentum des jeweiligen Diensteanbieters. Er kann sie auch nach ihrer Löschung durch den Benutzer beliebig weiter verwerten, beispielsweise in dem er sie an Werbepartner verkauft oder sie zur Optimierung seines eigenen Marketings benutzt. Der Datenschutz dürfte so oder so auf der Strecke bleiben, auch wenn in diesem Fall die unmittelbaren Folgen für den Einzelnen nicht zu erkennen sein dürften. </p>

<h3>Verewigt wider Willen </h3>

<p>Dabei dürfte Vielen noch immer nicht bewusst sein, dass es enorm schwer sein kann die digitale weiße Weste wiederherzustellen, wenn das Kind erst ein mal in den Brunnen gefallen ist.

Selbst wenn man die evtl. kompromitierenden Inhalte aus dem ursprünglichen Profil löschen kann… die Chancen, dass die Seite zwischenzeitlich von einer Suchmaschine gechached oder von anderen Usern kopiert und in Foren oder auf anderen Communities republiziert wurde ist erschreckend hoch.

Ist eine Info, gleich welcher Art, zum ersten Mal kopiert worden, kriegt man sie nur unter größten Mühen wieder aus dem Netz.

Längst haben findige Unternehmer den stark anwachsenden Bedarf nach einer unbefleckten Netz-Identität erkannt und speziell auf dieses Bedürfnis zugeschnittene Dienstleistungen auf den Weg gebracht.

So lesen wir auf meinereputation.de beispielsweise:

„Sie leben ein schnelles Online-Leben – und jeder kann es lesen.
Nicht immer angenehm. Dein guter Ruf.de hilft Ihnen, unliebsame Einträge zu finden und zu entfernen.“

Natürlich wird der Schutz des eigenen Ansehens im Web nicht verschenkt, aber da immer wichtiger wird, was jeder Mensch zu jeder gewünschten Zeit, auch in 10 Jahren noch, nachlesen oder nachschauen kann, was man vor einer subjektiven Ewigkeit gesagt oder ins Netz gestellt hat, scheint eine steigende Zahl Netznutzer bereit zu sein für dieses kostbare Gut zu bezahlen.

Dabei gibt es keine Garantien – Dienste wie der „gute Ruf.de“ oder der „Reputation Defender“ hüllen sich in Schweigen, was ihre Methoden und deren Wirkungsgrad betrifft – sie stellen damit eine weitere schwer berechenbare Unbekannte in einem immer unübersichtlicher werdenden Dickicht von verlinkten, verbundenen und dauerhaft abrufbaren Informationen da.</p>

<h3>Fazit</h3>

<p>Bevor man irgendwann gezwungen ist den „Reputation Defender“ zu beauftragen das eigene Image wieder herzuzaubern um wieder (internet)gesellschaftsfähig zu werden, sollte man besser ständig und jeden Tag darauf achten, was man einer unsichtbaren, aber unübersehbaren Öffentlichkeit offenbaren möchte – bei jedem hochgeladenen Bild und jedem Beitrag in einem Forum.</p>


Trends auf der IFA 2008

September 2, 2008

Es ist immer wieder interessant einen kurzen Blick auf die Technik von Morgen werfen zu dürfen.

Auch dieses Jahr war CHRONOWORKS für euch in Berlin, um die interessantesten Entwicklungen der mobilen Unterhaltungs- und Informationstechnik für euch zusammen zu fassen.

IFA logo vor eingang_prev

Es scheint als hätte die größte Unterhaltungsmesse Europas die Umstellung vom zwei- zum einjährigen Stattfinden gut verkraftet, denn die Zahl der Aussteller und vertretenen Länder erreichte dieses Jahr ein Recordhoch.

Die Mischung zwischen dem unvermeidlichen Unterhaltungsangebot und dem für Fachbesucher reservierten geschäftlichen Bereich wirkt ausgewogen, sodass eine gute Chance besteht, dass alle Zielgruppen zufrieden waren.

car2_prev band_prev logo schnepe_prevl

Neben immer gewaltigeren LCD-Bildschirmen und dieses Jahr auch erstmalig der „weißen Ware“ mit digitalen Ergänzungen, die das Leben irgendwann mal einfacher, will heißen automatisierter machen sollen, die aber schon ebenso lange angekündigt wie vom Endverbraucher mit Missachtung gestraft werden, ist eine wirklich interessanter Trend das Erscheinen der Netbooks.

Diese neuen auf absolute Mobilität getrimmten Notebooks werden zwar noch immer von Vielen nicht als vollwertige Computer anerkannt – und die ersten Modelle eigneten sich ja tatsächlich kaum für irgend eine Form von Arbeit oder mobiler Unterhaltung – erfreuen sich aber dennoch immer stärkerer Beliebtheit.

Vermutlich nicht zuletzt wegen den inzwischen weitaus ausgereifter wirkenden Konzepten und nach Erscheinen des neuen Atomantriebs von Intel , der deutlich besser für den Einsatz an den Grenzen bisheriger Mobiltechnologie geeignet ist als die Prozessoren in den ersten EEE-PCs es waren, entdecken zusehens mehr Benutzer den Reiz eines superhandlichen Minicomputers, der sich trotz der geringen Abmessungen zum mobilen Filmegucken ebenso wie zum Arbeiten gebrauchen lässt.

lg mini mit deiner homepage_prevDabei werden deutliche Qualitätsunterschiede erkennbar, vorallem in der Verarbeitung.

Die Ausstattung des LG Netbooks beispielsweise liest sich durchaus zufriedenstellend, ein flüssiges Arbeiten unterwegs erscheint so denkbar, doch wirkt das Gehäusedesign nicht sehr wertig und die Displayaufhängung lasch und wenig beständig.

Mit Spannung erwarte ich persönlich die von Lenovo angekündigten Netbooks, die, sollten sie die von den Thinkpads gewohnte Qualität mitbringen, eine erquickende Erweiterung für die mobile Ausstattung abgeben würden.

satelite pro_prevSehr gut gefielen uns die Notebooks der Sehr gut gefilen uns die neuen Modelle der Satellite Pro Serie von Toshiba.

Hier werden Ansprüche an Haltbarkeit und Qualität von Business-Notebooks mit einer ordentlichen Performance und Ausstattung zusammengeführt, und das sogar zu vernünftig erscheinenden Preisen, die unter 1000 Euro anfangen.

Intels neue Centrino II-Plattform ist ebenso verfügbar wie die neue, zugegeben noch nicht an ihrem Maximalpotenzial angelangte SSD-Technologie, zweifellos ein interessanter alternativer Ansatz für schnelle und sparsame Massenspeicher.

samsung notebook_prev

Auch die Samsung-Notebooks der nächsten Generation wirken gewohnt robust und leistungsstark und können erneut mit ihren erstaunlichen Akkulaufzeiten überzeugen.

Auch im Mobilfunkbereich setzt Samsung Maßstäbe.

So konnte ich das welterste 8-Megapixxel-Handy in der Hand halten – schon recht beeindruckend.

Das Inov 8 trägt seinen Namen wohl zurecht, denn es ist nicht nur wegen dieser unglaublichen Kamera echt innovativ.

Es verfügt über dies auch über alles, was Allround-Smartphones der Alleskönner-Klasse brauchen: WLAN/UMTS/EDGE und AGPS, sowie bis zu 16 GB Speicher, 8 GB intern, 8 GB auf MicroHCSC-Karte, auf denen man nicht nur Musik in allen gängigen Formaten, sondern jetzt auch DivX- und WMV-Filme bunkern kann.

Ein FM-Radio mit RDS rundet das Multimediapaket ab -

Interessant: Das Smartphone läuft mit Symbian 8.3 FP2 und der Oberfläche S60, ob die Applikationen der Vorgängerversion noch kompatibel sein werden ist aber fraglich, erste Tests deuten zumindest auf Probleme bei der Nutzung von bisherigen S60-Anwendungen hin, die Installation gelang uns wegen eines Zertifikatfehlers nicht.

digital radio logo_prevWas gab es noch? Die Hersteller von Digitalradioempfängern versuchten auch in diesem Jahr das Interesse für den digitalen Radioempfang zu wecken. Nachdem der digitale Empfangstandard DAB nach nun fast 20 Jahren offensichtlich niemals ein Erfolg wird soll der Nachfolger DAB+, der u.A. mehr Programme ermöglichen soll, dem digitalen Radio in Deutschland zum Durchbruch verhelfen.

Auch Empfänger, die den Empfang der digitalen Kurz- und Mittelwelle DRM, einer zwar höchst interessanten Technik, die aber das Schattendasein als experimentelle Alternativausstrahlungstechnik leider bislang nicht verlassen hat, wurden vorgestellt.

Die Vorteile von DAB und DRM scheinen zwar vorhanden, aber noch immer nicht ausreichend in Hardwarelösungen umgesetzt, sodass wir auf den endgültigen Durchbruch dieser Technik wohl noch warten müssen.

Fazit:

Die IFA 2008 zeigt uns viele interessante Neuerungen, die vorallem das mobile Arbeiten und Spaßhaben aufwerten könnten.

Die Netbooks sind wohl die interessanteste Erscheinung dieses Jahr, damit übertrifft die IFA an Innovationspotenzial zumindest die vom letzten Jahr.