Da die diesjährige CeBit schon einige Wochen zurückliegt wird euch wohl klar sein, dass dieser Beitrag keine Newszusammenfassung sein soll, sondern nur ein paar kurze Quereinblicke in meiner subjektiven Meinung nach besonders spannende Themen bzw. Entwicklungen liefern soll.

Zuerst muss ich mal sagen, dass ich nie wieder an einem Consumertag zur Cebit kommen werde. Die Messe ist so überfüllt, dass jede Stunde einen mehr schlaucht als die letzte, und die meisten Firmen haben ihre Fachleute und Ansprechpartner für technische Fragen schon abgezogen. Das war überhaupt das größte Ärgernis dieses Besuches.
OK! Was gab es berichtenswertes… -
Recht spannend fand ich die Demonstration einer innovativen Substanz zum Löschen von Bränden in elektronischen Anlagen – Bei Novec handelt es sich um ein Mittel, das die Temperatur der Flammen unheimlich schnell herunterkühlt und das Feuer so ausgehen lässt. Dabei verursacht sie, anders als andere, Stickstoffbasierende Löschanlagen, nicht den Tod evtl anwesender Menschen. Ich habe selbst die Hand reingehalten. Das Zeug fühlt sich lau warm an und verdampft beim Rausziehen sofort auf der Haut, die dadurch dann deutlich abkühlt. Kein Kribbeln, kein Brennen, die Flüssigkeit ist geruchlich neutral und gesundheitlich unbedenklich – sagt man
und sie ist auch völlig unschädlich für jede Art Technik und Elektrik.

Präsentiert wurde das Ganze am Stand von einer Firma, die feuerfeste Serverschränke herstellt. Diese ertragen nach Angaben des Herstellers Temperaturen von über 1000 Grad mind eine dreiviertel Stunde, ohne dass die enthaltene Technik Schaden nimmt – stolze Leistung.
Wie fühlst du dich?
Auch ziemlich beeindruckend fand ich eine Software, die den Gesichtsausdruck eines Menschen interpretiert und seine jeweilige Stimmung erkennt.

Diese Software wird mit Bildern einer Kamera gefüttert, in die der Benutzer schauen muss – eine recht hochauflösende Kamera denke ich, weil die ausgeführte Anwendung mit Sicherheit so gute Bilder wie irgend möglich bekommen sollte.

Anyway – Wenn ich gelächelt habe zeigte er “HAPPY”, wenn ich wütend geguckt habe “ANGRY” – wenn man die Augenbrauen hochzieht sagt er “SURPRISE” -
Potenzielle Anwendung findet die Technik im Sicherheitsbereich, etwa um Übermüdung bei Autofahrern zu erkennen. Auch eine Anwendung bei der Überprüfung von Zugangsberechtigungen zu Sicherheitskritischen Bereichen von Firmen hielt ein Unternehmenssprecher für “durchaus erwägenswert”, dies jedoch erst auf explizite Nachfrage.
Weitere CeBit-Themen im Überblick
Ich persönlich verstand bisher unter dem Begriff “VisualRadio” immer nur die von Nokia einst entwickelte Technik zur Anreicherung von FM-Radiosendungen mit visuell übertragenen Infos als Ergänzung zum Programm. Nokia hatte dieses Feature in alle seine N-Series-Geräte eingebaut, doch das Projekt war eine Todgeburt, zumindest bei uns. Mir ist nur ein Sender bekannt, der mal Visualradioinhalte ausgestrahlt hatte, nämlich der relativ banale Hot-AC-Sender Radio FFH in Hessen.

Die Frauenhofergesellschaft hat jedoch einen Standard gleichen Namens entwickelt. Hierbei werden ebenfalls visuelle Inhalte passend zu einem Radiostream übertragen, allerdings nicht über eine seperate Datenverbindung wie beim Nokiaprodukt, sondern direkt per Radiosignal.
Das liefert natürlich nur recht kümmerliche Bildqualität, Aktualisierung alle zwei Sekunden – aber immerhin! Für Verkehrsnews oder Wetter wirds wohl reichen.
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Asus drängt inzwischen machtvoll in den europäischen Markt – wobei ihr EE-PC wohl deutlich interessanter und auch nützlicher ist, als solche Spielereien wie Edelnotebooks mit Holzgehäuse
wer dafür Geld ausgibt…. naja -
Der EE-PC, das wissen mittlerweile auch Alle, wird jetzt mit verbesserter Auflösung und verbessertem Preis, also 100 Eur teurer, in einer neuen Generation ausgeliefert.
Diese Mini-PCs können nach einschlägigen Tests weder PC noch Notebook oder PDA ersetzen, sondern allenfalls als Ergänzung für unterwegs dienen. Dafür verkaufen sie sich aber ziemlich gut – so gut, dass Asus in massive Lieferschwierigkeiten gekommen ist…. die man aber bald überwunden zu haben hofft.
Wie bei einem Consumer-Tag nicht anders zu erwarten gab es auch jede Menge völlig sinnloses Spektakel, das mehr stört als sonst etwas bringt, und mit dem man nur auf die sog. Beutelratten, also die Prospekt- und Werbegeschenksammler abzielt.
Solche Veranstaltungen sind es, die einen CeBit-Besuch am Wochenende zu einer nervenaufreibenden Sache machen.
Abgerundet haben wir unseren Messebesuch mit einem Abstecher zu HighEnd-Telefonanlagen- von Panasonic, HighEnd-Druckern von HP und dem Stand von IBM, wo der Konzern seine Bladeserver präsentierte.
Was soll ich euch dazu groß erzählen, diese Dinge kennt sicher Jeder – es waren jetzt nicht die großen Neuigkeiten, aber interessant fand ich es trotzdem.

Fazit
Die CeBit 2008 hat keine bevorstehende Revolution der IT erkennen lassen, aber sie hat viele kleine, interessante Entwicklungen gezeigt, die das Leben mit der Technik und deren Nutzung einfacher und sinnvoller werden lassen könnte.







