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<h3>Erfolgsstory</h3>
Soziale Netzwerke wie StudiVZ oder FaceBook stehen wie kaum ein anderes Phänomen im Internet für das sprichwörtliche Web 2.0 – ein Internet zum Mitmachen, dessen Angebote nicht mehr mühselig von den Betreibern erarbeitet, produziert und präsentiert werden müssen, sondern bei dem die Nutzer selbst für die Inhalte sorgen, einfach durch ihre Beteiligung.
Der Betreiber muss dann (nur) noch die Plattform bereitstellen und dafür sorgen, dass Konzept, Design und Funktionsumfang den Nerv der Nutzer trifft.
StudiVZ trifft ihn wie nur wenige andere Dienste dieser Art.
Die vom Holzbrink-Verlag übernommene Community mit ihren Ablegern MeinVZ für Nicht-Studenten und SchülerVZ für Schüler bringt es Deutschlandweit auf über sechs Millionen Mitglieder, ein Drittel aller Deutschen nutzen Social Networks wie StudiVZ oder FaceBook. [Meldung von WinFuture.de]
Doch inzwischen dürften auch die uninteressiertesten Zeitgenossen schon etwas über die möglichen Folgen der um sich greifenden Vernetzung gehört haben.</p>
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<h3>Allzeit online</h3>
<p>StudiVZ ermöglicht neben dem Hochladen unbegrenzt vieler Bilder, auch hochauflösend, die in beliebig in Fotoalben sortiert werden können, auch das Verlinken von Personen auf hochgeladenen Fotos und das Anhängen von Bildern an Gruppeneinträge.
Daneben erfreuen sich gerade diese Gruppen hoher Beliebtheit, nicht etwa im Wesentlichen wegen der darüber geführten Diskussionen und Unterhaltungen, sondern vorallem auch, weil sie es den Teilnehmern ermöglichen sich selbst in Katigorien, also Schubladen einzuordnen, so etwa in die Gruppe all derer, die in einem bestimmten Jahr Geburtstag haben, den eigenen Namen tragen, auf der früheren Schule waren oder in die selbe Tanzschule gehen.
Doch nicht nur solche Zuordnungen sind hier möglich.
Auch den verbindenden Umstand, für so-und-so lange den selben “beschissenen Chef” oder “langweiligen Lehrer” gehabt zu haben, treibt Leute in Gruppen.
Viele vergessen ihre Mitgliedschaft schon kurz nach dem Beitritt und sie vergessen dabei auch, dass das Internet nichts vergisst – nicht mehr, seit die diversen Web-Communities dank verbesserter Technik und quasi unbegrenzter Speicherressourcen niemals mehr Daten von sich aus löschen, eher im Gegenteil, s.u.
So kommt die Gefahr gleich von mehreren Seiten.
Erstens werden Netzwerke wie StudiVZ immer attraktiver für Personalchefs auf der Suche nach authentischen Informationen für die potenziellen Mitarbeiter.
Wie das Online-Magazin WinFuture kürzlich berichtete, prüfen rund 22% aller Personalchefs ihre Bewerber auch unter Zuhilfenahme von StudiVZ oder FaceBook als Recherchequelle, weitere 9% haben es zumindest vor.
Das sind doppelt so Viele wie vor zwei Jahren – Tendenz steigend.
Logisch, dass die Absturzfotos der letzten Party ebenso wenig die Jobchancen verbessern wie Gruppenpostings, die nicht unbedingt ein Aushängeschild für die sprachlichen / schriftlichen Ausdrucksfähigkeiten der Bewerber sind.
So kam es bereits öfters zu Kündigungen [heise.de] aufgrund von negativ aufgefallener StudiVZ-Aktivität.
Und auch wenn man nirgends wegen provokativer Bilder oder Wortbeiträge aufgefallen ist – die ins Netz gejagten Inhalte bleiben auf immer und ewig Eigentum des jeweiligen Diensteanbieters. Er kann sie auch nach ihrer Löschung durch den Benutzer beliebig weiter verwerten, beispielsweise in dem er sie an Werbepartner verkauft oder sie zur Optimierung seines eigenen Marketings benutzt. Der Datenschutz dürfte so oder so auf der Strecke bleiben, auch wenn in diesem Fall die unmittelbaren Folgen für den Einzelnen nicht zu erkennen sein dürften. </p>
<h3>Verewigt wider Willen </h3>
<p>Dabei dürfte Vielen noch immer nicht bewusst sein, dass es enorm schwer sein kann die digitale weiße Weste wiederherzustellen, wenn das Kind erst ein mal in den Brunnen gefallen ist.
Selbst wenn man die evtl. kompromitierenden Inhalte aus dem ursprünglichen Profil löschen kann… die Chancen, dass die Seite zwischenzeitlich von einer Suchmaschine gechached oder von anderen Usern kopiert und in Foren oder auf anderen Communities republiziert wurde ist erschreckend hoch.
Ist eine Info, gleich welcher Art, zum ersten Mal kopiert worden, kriegt man sie nur unter größten Mühen wieder aus dem Netz.
Längst haben findige Unternehmer den stark anwachsenden Bedarf nach einer unbefleckten Netz-Identität erkannt und speziell auf dieses Bedürfnis zugeschnittene Dienstleistungen auf den Weg gebracht.
So lesen wir auf meinereputation.de beispielsweise:
“Sie leben ein schnelles Online-Leben – und jeder kann es lesen.
Nicht immer angenehm. Dein guter Ruf.de hilft Ihnen, unliebsame Einträge zu finden und zu entfernen.”
Natürlich wird der Schutz des eigenen Ansehens im Web nicht verschenkt, aber da immer wichtiger wird, was jeder Mensch zu jeder gewünschten Zeit, auch in 10 Jahren noch, nachlesen oder nachschauen kann, was man vor einer subjektiven Ewigkeit gesagt oder ins Netz gestellt hat, scheint eine steigende Zahl Netznutzer bereit zu sein für dieses kostbare Gut zu bezahlen.
Dabei gibt es keine Garantien – Dienste wie der “gute Ruf.de” oder der “Reputation Defender” hüllen sich in Schweigen, was ihre Methoden und deren Wirkungsgrad betrifft – sie stellen damit eine weitere schwer berechenbare Unbekannte in einem immer unübersichtlicher werdenden Dickicht von verlinkten, verbundenen und dauerhaft abrufbaren Informationen da.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Bevor man irgendwann gezwungen ist den “Reputation Defender” zu beauftragen das eigene Image wieder herzuzaubern um wieder (internet)gesellschaftsfähig zu werden, sollte man besser ständig und jeden Tag darauf achten, was man einer unsichtbaren, aber unübersehbaren Öffentlichkeit offenbaren möchte – bei jedem hochgeladenen Bild und jedem Beitrag in einem Forum.</p>